Swamps of Sadness (Projektstart)

Schau, schau - da ist sie wieder!


Nach gut einem halben Jahr Kreativpause meldet Kassiopeya sich offiziell wieder aus der Versenkung zurück, um mit euch in das nächste Projekt zu starten. Und was soll ich sagen – es ist schön, euch alle wiederzusehen!


Und ja, eigentlich war der Projektstart deutlich früher geplant. Die Entwürfe lagen bereits Anfang des Jahres fix und fertig in der Schublade, das Material war besorgt … und dann begann die Welt von einem Tag auf den anderen Kopf zu stehen und nur wenige Autostunden von uns entfernt rollten auf einmal Panzer durch Wohngebiete und Raketen prasselten auf Schulen und Kindergärten.


Ursprünglich standen zu diesem Zeitpunkt die „Sümpfe der Traurigkeit“ aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ auf meinem Programm. Nur fehlten mir angesichts der Flut an unpackbaren Bildern von Folter und Massengräbern schlichtweg die Energie und Motivation, mich nun auch projekttechnisch mit derart düsteren und klaustrophobischen Inhalten zu beschäftigen ... und so wurde das Vorhaben wurde vorübergehend erst einmal auf Eis gelegt.


Mittlerweile sind die allgegenwärtigen Bilder und Nachrichten zwar nicht signifikant erbaulicher geworden, aber zumindest bin ich nun wieder soweit sortiert, um den Faden wieder aufzunehmen und dort weiter zu machen, wo im Februar alles stehen geblieben ist.


Wie schon erwähnt werde ich mit diesem Projekt einmal mehr zu Michael Ende zurück kehren, genauer gesagt zu jener berühmten Sumpflandschaft Phantasiens, in der alle Lebewesen von einer so allumfassenden, beschwerenden Traurigkeit gelähmt werden, dass sie schlussendlich versinken. Die filmische Umsetzung, in der wir zusehen mussten, wie das treue Pferd Artax widerstandslos untergeht während sein Freund Atreyu verzweifelt um sein Leben kämpft, hat seinerzeit eine ganze Generation traumatisiert - nur, dass uns Kindern die Doppeldeutigkeit dieser Szene damals noch gar nicht bewusst war. Denn wie so bei so oft bei Ende ist natürlich auch dieses Bild (wie auch das gesamte Buch) nur so vollgepackt mit Metaphern, die sich auf mehr als einer Ebene lesen und auslegen lassen.



Im Falle der „Sümpfe der Traurigkeit“ reden wir hier natürlich vor allem über die Depression, ein Grundthema, das in der gesamten „Unendlichen Geschichte“ immer wieder in unterschiedlichen Formen aufgegriffen wird: Das Nichts, die Stadt der Finsteren Fürstin Gaya, die Sümpfe ... ja, eigentlich sind die Bilder und Grundthemen der „Unendlichen Geschichte“ so gar nicht kindgerecht ...und eigentlich dann doch wieder, weil mit ihnen ernste und abstrakte Themen in eine für Kinder verständliche Form gegossen werden, deren Bedeutung sie häufig erst sehr viel später in der gesamten Tragweite erkennen. Das Genie von Ende eben.


In meiner Umsetzung möchte ich mich auf die zwei prägnantesten Bilder konzentrieren: Die namensgebende Sumpflandschaft, die von dem Nichts umgeben wird.: Hier schwebt mit eine Mischung aus klassischer Darstellung mit traumhaften, eher surrealen Elementen vor – mal schauen was daraus wird. In diesem Sinne starten wir im nächsten Blogbeitrag ins WIP!

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