Fotoshooting! Vom Objekt zur Fotostrecke

Aktualisiert: Mai 21

Gestern Abend war es mal wieder soweit: Das aktuelle Shooting für »Audrey II« stand auf dem Plan. Und weil es sich thematisch ja irgenwie anbietet, dachte ich, ich schreib' euch mal ein bissl was zu all dem, was so hinter den Fotostrecken so vor sich geht.


Wer meine WIP-Dokus schon eine Weile verfolgt hat ja bereits mitbekommen, dass all die wunderbaren Bilder in meinen Projektgalerien nicht von mir selbst geschossen werden.

Für sie ist Markus, der Mann an meiner Seite, verantwortlich. Als Grafikdesigner mit Fotografieausbildung hat er ein einmaliges Gespür für Bildkonzepte und visuelles Storytelling - ganz abgesehen vom handwerklichen Fotografie-Know-How. Und jedes Jahr (bzw. jedes Projekt) auf neue hängt er Tage und Nächte für gemeinsame Shootings und endlose Bildbearbeitungen dran und übernimmt somit jene Schritte der Projektfinalisierung, die ich niemals in dieser Qualität umsetzen könne.



»Kassiopeya« ist so gesehen ein Gemeinschaftsprojekt von uns beiden, bei dem jeder die Parts übernimmt, die er am besten kann...während der jeweils andere natürlich regelmäßig reinnörgelt, was uns gleich zum nächsten Abschnitt führt:


Denn ja, jedes Shooting ist eine gewaltige Herausforderung für sich. Ihr dürft nämlich mal raten was passiert wenn man zwei kreative Eigenbrötler auf ein gemeinsames Fotoprojekt loslässt...? Jhep, es rasselt und knirscht ganz gewaltig! Vor allem dann, wenn einer der beiden die zugrunde liegende Buchvorlage nicht kennt , der andere diesbezüglich ein totaler Nerd ist, für den bestimmte Details der Vorlage nun mal von elementarer Bedeutung sind...


»Der Bildausschnitt sieht scheiße aus...«


»Das Detail ist aber wichtig für die Geschichte.«


»Aber das hat überhaupt keine Tiefenwirkung!«


»Für das eine Bild ist die Tiefenwirkung doch wurscht - ich will das Detail!!«


»Aber das Detail ist doch eh schon mit auf der letzten Totale mit drauf!!!«


»Aber das ist eben eine Totale - ich will einen Detailaufnahme!!!!«


»Das sagt aber überhaupt nichts aus!!!!«


»Doch, tut es!!!!!!!!« ....usw. usw.



Ja, ja - solche Szenen sind während unserer Shootings an der Tagesordnung, und tatsächlich ist die Shootingzeit, die einzige Zeit des Jahres, in der wir gewaltig aneinander geraten - mit allerdings zumeist einem sehr guten Output. Wir streiten über Bildausschnitte, Bildwinkel, Belichtungen, Themenschwerpunkte und vieles mehr - und während jeder von uns seine Ansätze, Ideen und Vorstellungen durchzusetzen versucht, finden neue visuelle und gedankliche Symbiosen statt - und letztendlich ist das schlussendliche Ergebnis weit kreativer und nuancierter als jeder von uns beiden es erwartet hätte. Und danach sind wir beide gewöhnlich völlig am Ende.


Geshootet wird übrigens in unserem Wohnzimmer, das für diesen Zweck oft über Tage und Wochen hinweg im Ausnahmezustand liegt: Da werden allabendlich Fotohintergründe auf- und wieder abgehängt, Möbel verrückt, Modelle hin- und hergeschleppt. Denn häufig braucht es für die Ablichtung eines Projekts weit mehr als nur eine einzige Fotosession - wenn ich mich recht erinnere waren es bei »Nightfall in the Lot« und »Derry« jeweils um die 15 Shootings.









Was das Foto-Equipment angeht, so ist die Sache schon einfacher. Hier kommen wir eigentlich mit ein paar bewährten Basics ganz gut aus. Tatsächlich braucht es für eine schöne Ablichtung vor allem eine anständige Kamera mit entsprechenden Objektiven. Hier verwenden wir Markus' heißgeliebte Canon 7D (eine schon relativ alte digitale Spiegelreflex) sowie folgende Objektive:


- Canon EF/L 24-70 mm (1:2,8) USM

- Canon EF/L TSE 24mm, Tiltshift (1:3,5)

- SIGMA DC HSM 10-20mm (1:3,5)


(hab extra nachgefragt, da ich mich selbst eher ungern mit solch technischen Details befasse)



Ansonsten braucht es nur noch einen halbwegs monochromen, nicht-spiegelnden Foto-Hintergrund, für den wir der Einfachheit halber zumeist dünne Fleece-Decken verwenden, die mit Power-Tape an Wände und Türrahmen gespannt werden. Die kosten 3€ pro Stück, halten ewig und wenn die Farbe mal nicht passt, kauft man eben eine neue.


Die Beleuchtung ist auch immer noch so ein Thema. Aber auch hier kommt man mit einfachen Mitteln ziemlich weit. Wir verwenden hier immer unsere kleinen LED-Strahler mit Biegehals, die recht einfach mit einer Klemme an Stuhllehnen, Tischkanten gezwickt werden können.

Natürlich könnte man (wie so vieles) auch die Lichtsetzung noch um einiges professioneller gestalten. Man könnte in Beleuchtungsanlagen mit Softboxen usw. investieren - aber in der Praxis haben sich unsere günstigen LED-Spots auch sehr gut bewährt. Vor allem sind sie klein und wendig - und sowohl Lichtintensität als auch Temperatur lassen sich auch bei den 30€-Spots sehr fein einstellen.



Soweit zu den technischen Details. Gestern war wie gesagt »Audrey II« an der Reihe. Und da eine Topfpflanze, egal wie charmant, eben nur aus einer begrenzten Anzahl an Winkeln abzulichten ist, hat sich dieses Shooting mit 3h in einem zum Glück sehr überschaubaren Rahmen gehalten.


Und bis auf zwei hyperaktive Vierbeiner, die ihr spontane Kletterbegeisterung für unsere Shooting-Tonne entdeckt haben (natürlich als die Tiefenschärfe schon eingestellt war), gab es auch keine gröberen Zwischenfälle.


Spaßig war es wie immer trotzdem! Daher zum Abschluss noch ein Schnappschuss vom gestrigen Shooting.


Und damit -

Bis bald! =)

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