Drachenlampe - (8)

Endspurt! Die Drachis für meine Drachen-Bücher-Skulptur-Objekt-Lampe haben endlich ihre Grundform, die es nun nur noch zusammen zu setzen und zu bemalen gilt. Also hinein ins Vergnügen!

Wie immer beginnt die Bemalung mit einer schwarzen Grundierung, die in erster Linie der Tiefenwirkung gilt: In späteren Bemalungsschritten (insbesondere beim farbigen "Trockenbürsten" des Objekts) bleiben nämlich immer unweigerlich einige tiefer gelegene Stellen frei - und diese sollten der dreidimensionalen Wirkung wegen immer schwarz und nie hell sein. Deshalb besteht der erste Schritt der Bemalung stets in einer schön deckenden schwarzen Farbschicht, die mit ausreichend viel Wasser aufgetragen wird, damit sie auch in die letzte Ritze dringt.


Weiter geht es dann mit der eigentlichen Bemalung der Figur. Im Fall meiner zwei Drachen soll einer rot und der andere grün werden. Ich beginne mit dem Roten - und wie immer arbeite ich mich beim Bürsten vom dunkelsten zum hellsten Farbton vor: Ich beginne also den ersten Bürst-Durchgang mit Rotbraun, arbeite mich dann in den folgenden Bemalungsdurchgängen über hellere Rottöne vor und und setze die letzte Highlight-Schicht dann in rotstichigem Rotgold damit das ganze dann schön dreidimensional wirkt.


Gleiches gilt natürlich auch für die Flügel, die im selben Farbschema bemalt werden. Hier verwende ich allerdings flächenmäßig etwas mehr Goldanteil, damit die Flügel ein wenig heller und leichter wirken und sich etwas mehr vom Körper abheben.

Bemalt werden die Einzelteile natürlich vor dem Zusammenbau - ansonsten kommt man nämlich an kritische Stellen nur noch sehr mühsam heran.


Im Anschluss geht es an die Montage der Flügel: Hier stehe ich vor dem Problem, dass ich als Verbindung zwischen Flügel und Drachenkörper nur einen sehr kleinen Verbindungspunkt habe, an dem der Flügelknochen auf das Schultergelenk trifft (verbunden nur mit zwei Drahtösen). Diese beiden (flächenmäßig sehr kleinen) Punkte müssen nun aber so fest miteinander verbunden werden, dass nichts mehr schlackert und sich lösen kann - für eine so kleine Kontaktfläche sehr ungünstig.


Damit trotz der filigranen Verbindung alles gut hält, nutze ich eine Technik, die ich eher durch Zufall herausgefunden habe: Die Verbindung von Wolle und Sekundenkleber. Träufelt man nämlich Sekundenkleber auf Strickwolle wird das Ergebnis so fest wie beton - nur weniger brüchig. Um meine Fügel also stabil mit dem Korpus zu verbinden, verknote ich beide Teile also zunächst mit einer Wollschnur (die ich durch beide Ösen ziehe) und wickele die restliche Wolle schön dick um den Verbindungspunkt. Nachdem alles gut umwickelt ist begieße ich meine Wickelverbindung mit Sekundenkleber und warte 2min. Danach ist mein Verbindungspunkt so fest als hätte man ihn verlötet und rührt sich keinen Millimeter mehr.



Aber natürlich ist da zwischen Flügeln und Körper noch immer ein etwas unansehnlicher Spalt, den ich nun mit einer dünnen Schicht Taschentuch-Papiermaché schließe. Hierfür spanne ich über die Lücke einfach ein kleines Stück leimgetränkte Taschentuch und lasse es trocknen.



Das Taschentuch trocknet schön transparent auf, die Lücke wird sauber geschlossen und ich muss nun den Übergang nur noch ein wenig mit Farbe nacharbeiten.


Damit ist mein Drache nun in seiner Grunderscheinung schon recht vollständig - allerdings ist er noch kein echter Bücherdrache sondern eben nur ein normaler Drache.


Ich beginne also, ihm eine Oberflächenstruktur zu verpassen - und im Hinblick auf das Bücherthema besteht diese Struktur natürlich aus Schriftzeichen, die ich (ähnlich wie bei meiner Bodenfläche) Stück für Stück mittels Serviettentechnik auftrage.

Die Serviettentechnik selbst sollte eigentlich bekannt sein - ich fasse trotzdem nochmal kurz zusammen:

Im wesentlichen funktioniert diese Technik so, dass man die oberste bedruckte Schicht einer Serviette auf eine beliebige Oberfläche lackiert. Ähnlich wie bei dem Taschentuch-Machée trocknen dabei die hellen Stellen fast gänzlich transparent auf und sichtbar bleiben nur die dunkler gedruckten Stellen - in meinem Fall die Schriftzeichen. Auf diese weise kann man fast jedes beliebige Serviettenmuster auf eine Oberfläche übertragen, indem man die Oberfläche erst kräftig mit Leim einstreicht, dann die dünne Serviettenstück darauf legt und es anschließend auch noch einmal von oben überlackiert.


So bekommt nun mein Drache ein schönes Gesamtmuster, das auch fein zum Drachenbuch-Thema passt aber trotzdem nicht zu aufdringlich ist.



Und was bei einem Drachi funktioniert, wird natürlich auch beim Zweiten genauso gemacht. Quasi das gleiche in Grün...


Ja, und damit wären wir quasi am Ende des WIPs angelangt. Zwar werde ich die Drachen in der kommenden Woche noch einmal lackieren - aber das wird aber außer einer einheitlichen Oberflächenwirkung nicht mehr viel an Veränderung bringen. Entsprechend wird es hierzu kein extra Update mehr geben. Die Bilder der an Ort und Stelle fixierten Drachis und des fertigen Leuchte-Objekts gibt es dann wie immer in der Endpräsi!

Diese sollte dann so in etwa 2-3 Wochen fertig sein - in einer Woche haben wir beide nämlich mal wieder beide Urlaub - was sich immer sehr fürs Fotografieren anbietet.

Als denn - habt wie immer viiieeeelen lieben Dank fürs Dabeisein und für Eurer Interesse!! Vielleicht gibt es zwischenzeitlich ja noch ein paar Bilder von unserem Shooting-Geschehen ;)



Bis dahin habt bitte eine gute Zeit und lasst es Euch gut gehen!

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