Swamps of Sadness (1)

Über die Vorlage und die Grundidee des Projektes habe ich mich ja ausreichend ausgelassen. Daher, ohne große Vorrede: Auf, auf ins Bau-Chaos!


Wie immer beginnt alles mit einem wenig ansehnlichen Scribble, mit dessen Hilfe ich für mich ein wenig sortiere, was wie aufgeteilt werden und funktionieren soll. Wie ihr seht, schwebt mit als für das Modell selbst eine Halbkugel-Grundform (ok, eigentlich eher eine Viertel-Kugel) vor - mit einem Halbkreis als Grundplatte. Mit diesem Aufbau erhalte ich die perfekte Grundform für eine in sich geschlossene Welt, die an ihren Rändern ins „Nichts“ ausfransen kann. Die Form der Grundplatte, auf der die Sumpflandschaft entstehen soll, bietet außerdem schön viel Baufläche für eine ordentliche Tiefenwirkung.

Gesagt getan – um meine geplante Grundform in die Tat umzusetzen, benötige ich erst einmal einen Unterbau, mit dessen Hilfe sich ein Halbkreis (also eigentlich Viertelkreis) aus Pappmaché bauen lässt. Ich verwende hierfür einen grooßen Wasserball, den ich nach und nach mit wechselnden Schichten aus Papiermachée und Gipsbinden überziehe...und anschließend dann noch einmal mit Textilhärter einstreiche. Nur zur Sicherheit ;)


Der Wasserball überlebt die Prozedur natürlich nicht – der wird später zerschnitten, so dass nur noch meine Machée-Gips-Hülle übrig bleibt. Und hier hätten wir nun die fertig ausgehärteten Viertelkugeln. Die Ränder habe ich dabei schon schön ausgefranst geformt, so dass ich später weniger Arbeit habe.


Im nächsten Schritt werden dieser Ausfransungen am Rand zunächst mit der Modellfräse nachbearbeitet, und anschließend noch einmal mit Draht und grobmaschigem Gewebe – um den Look noch ein wenig fransiger zu machen. Eventuell werde ich ganz zum Schluss noch ein wenig Tüllstoff hinzufügen.

Da dieser aber während des Baus vorerst nur im Weg herum hängen würde, mache ich mich nun erst einmal an die Innenbemalung. Wie immer wird der Modellhintergrund in Ölfarben gemalt. Hierzu wird die ganze Herrlichkeit zunächst grob grundiert, bevor ich dann die ersten Wolken dazu male...

… die dann noch mit Lichteffekten und weiteren Kleindetails ergänzt werden:

Nachdem nun die Innenseite meiner Hintergrundschale fertig bemalt ist, steht als nächstes die Gestaltung der Rückseite an. Und hier wird es nun erstmals recht düster: Passend zum Grundthema der Depression stehen hier die Gedanken im Vordergrund, die in Form von Gehirnwindungen dargestellt werden sollen. Diese Windungen werden in der Mitte der Hintergrundschale sitzen und sollen sich aus vielen, vielen einzelnen Figurendarstellungen zusammensetzen. Damit dieses „Puzzle“ einzelner Körper funktioniert, muss ich zunächst eine Schablone anfertigen, auf welchen ich die einzelnen Figuren zuerst skizziere und ausschneide ...

… um sie im Anschluss auf eine 2mm-starke Styrodurplatte zu übertragen, auf der dann schlussendlich die fertige Figur modelliert wird.

Diese Figuren werden nun nach und nach auf der Rückseite der Hintergrundschale fixiert und zu ihrer endgültigen Form zusammengesetzt:


Es folgt die Bemalung in Rot- und Rosatönen. Im Anschluss wird alles noch einmal mit einem hochglänzenden Lack überzogen, so dass die Oberfläche schön glibschig wirkt.

Nachdem sowohl Untergrund als auch der Mittelteil fertig bemalt sind fixiere ich außerdem eine Vielzahl kleiner Tentakel aus Draht, die sich von den Gehirnwindungen bis hin zu den äußeren Rändern der Schale verzweigen und schließlich in den ausgefransten Ausläufern der Ränder enden.


Die fertige Rückseite schaut nun folgendermaßen aus. Wie schon erwähnt, werden die Ränder später eventuell noch etwas mit transparentem Tüll überarbeitet werden wenn alles fertig ist, aber im Großen und Ganzen wird sich nicht mehr viel verändern.

Weiter geht es mit der Vorderseite, wo ich die Hintergrundschale nun an meine halbkreisförmige Grundplatte anpassen muss. Und Padauz - hier stehe ich unverhofft vor einem kleinen Problem: Da ich nämlich beim Malen des Hintergrundes meine Halbkreisschale aufgebockt hatte (damit mehr Licht hineinfällt und sehe was ich tue) stimmt nun auf einmal die Perspektive meiner Wolken nicht mehr sobald die Schale gerade auf dem Boden steht. Um die Perspektive wieder gerade zu rücken, muss ich meine Schale also wieder kippen und sie auch angekippt auf der Grundplatte fixieren damit alles wieder stimmt – mehh! Hierzu werden an beiden Seiten der Grundplatte kurzerhand zwei Winkel aus Styrodur verklebt und mit Gips und Papiermache genau an die Form meiner Hintergrundschale angepasst. Der Hintergrund liegt nun gewissermaßen wie auf einer Schiene auf der Grundplatte, kann aber noch nach Belieben abgenommen werden – eigentlich gar nicht so unpraktisch für den weiteren Bau =)

Nachdem dieses Problem gelöst ist, mache ich mich als nächstes an die Ausarbeitung der Ränder. Denn ähnlich wie die ausgefransten Ränder der Hintergrundschale soll auch meine Bodenplatte in unregelmäßigen Fransen auslaufen. Später sollen die Ränder von Oben und von Unten verbunden werden, so dass sie ineinander übergehen und sich wie ein Kranz um das Modell legen – aber das ist noch Zukunftsmusik.


Aktuell gilt es erst einmal die Fransen zubauen, wozu ich als erstes einen Rand aus dünnem Karton an den Rändern meiner Bodenplatte verleime und diesen entsprechend zuschneide.

Im nächsten Schritt werden die Kartonränder mit Frischhalte- und Alufolie ausgeformt, um einen anständigen Übergang zwischen der 3cm dicken Grundplatte und den flachen Fransenrändern zu schaffen.


Die ganze Herrlichkeit wird dann anschließend mit Gipsbinden überzogen ...

… und ein wenig mit Modelliermasse nachbearbeitet, bevor ich anschließend ein dünnes, grobmaschiges Gewebenetz darauf verleime.


Über dieses Gewebenetz leime ich anschließend eine dünne Schicht Papiermachée aus Küchentüchern, die nun erst einmal trocknen dürfen, …

… bevor alles schwarz grundiert wird. Damit steht mal fürs erste die Grundform ...bei der mir im Nachhinein der Verdacht kommt, man könnte ihr ansehen, dass wir vor kurzem mit der aktuellen Staffel von „Stranger Things“ geschaut haben^^ ). Mit der Bemalung der Ränder werde ich allerdings noch warten. Die kommt nämlich ganz zum Schluss wenn die Oberfäche inkl. Sumpflandschaft steht.

Und an die mache ich mich nun als nächstes. Jhephee – damit beginnt nun der spaßige Part! *freu*


Da ich den späteren Sumpf mit Epoxidharz aufgießen möchte, muss ich die Land-/Erdflächen des Sumpfes als eine Art Ring anlegen – logisch, ansonsten läuft mir das flüssige Gießharz ja später an den Seiten wieder heraus. Ich schneide daher zunächst einmal zwei deckungsgleiche Styrodurplatten in Form meiner Bodenplatte zurecht, klebe sie aufeinander (um die notwendige Dicke zu bekommen) und säbele sie anschließend grob in die Form meiner zukünftigen Sumpflandschaft. Vorne ist mein Ring aus Landmasse dabei nicht ganz geschlossen – hier will ich später nämlich einen Streifen Plexiglas als Begrenzung einziehen, so dass man ein paar Unterwasser-Einblicke bekommt.

Bevor die so in Form gesäbelte Landmasse allerdings auf der Bodenplatte verklebt werden kann, muss ich mich erst einmal um die Unterwasser-Beleuchtung kümmern – schließlich soll die Landschaft insgesamt schön ausgeleuchtet sein. Ich zeichne hierfür zunächst die Außenkonturen meiner Landflächen auf der Bodenplatte an und markiere anschließend jene Stellen, an denen ich LED-Leuchtioden platzieren möchte. Für eine indirekte Beleuchtung sitzen diese natürlich immer nur HINTER den Landmassen.

Anschließend mache ich mich daran, eine LED-Lichterkette an den entsprechenden Stellen zu verlegen. Wie gewohnt schneide ich hierfür einen Kabelkanal in die Bodenplatte, in dem ich die Zuleitungskabel versenke und spachtele ihn nachdem die Kabel versenkt sind, wieder mit Modelliermasse zu – oben schauen nun nur noch die Ioden heraus.

Nun kann ich endlich meine Landflächen in ihrer endgültigen Position verkleben und mich an die Feinarbeit machen.


Ja, und damit wären wir beim aktuellen Status Quo angekommen. Aktuell bin ich dabei, die Übergänge zwischen meinen Landflächen und dem Boden noch ein wenig mit Folie auszuformen, was noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird. Das Ergebnis seht ihr dann wie immer nächste Woche – habt bis dahin eine gute Zeit und bis bald!!


















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