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Duma Key - between Shelves (1)

Ihr Lieben, es ist wieder soweit: Das nächste Book-Nook-Miniprojekt geht an den Start! Diejenigen, die das letzte Projekt intensiver mitverfolgt haben, wird es dabei nur wenig überraschen, dass uns auch das nächste putzige kleine Nook erneut in die beschauliche Welt von Stephen King führen wird, genauer gesagt zu seinem auch thematisch sehr künstlerisch angelegten Roman „Duma Key“.

Obwohl der Roman vor allem auf meiner Facebookseite immer wieder mal Thema war (und ich ihn auch tatsächlich sehr gern habe), konnte ich mir bislang nie eine Modellumsetzung dieser visuell definitiv sehr reizvollen Vorlage vorstellen. Dies lag vor allem an dem überbordenden Schauplatz der Geschichte: Der Roman spielt zu 90% in einem Strandhaus an der Küste Floridas ... mit Blick aufs Meer… mitten im Dschungel. Für eine umfassende Modellumsetzung des Romansettings hätte dies also bedeutet, ein komplettes Meer zu gießen und einen Dschungel nebst Strandhaus zu bauen... und das ist bei aller Liebe zur Vorlage schlichtweg ein bautechnischer Albtraum, zumindest wenn man sich eine umfassende Gesamtdarstellung vornimmt.

Im Rahmen meiner kleinen Book-Nook-Reihe sieht die Sache nun allerdings schon wieder ganz anders aus. Denn wie bereits bei meinem Shining-Projekt gilt auch hier: manchmal lässt sich die atmosphärische Essenz einer Geschichte deutlich besser im Kleinen denn im Großen darstellen.

Aber über was für eine Geschichte reden wir hier eigentlich? „Duma Key“ ist die Erzählung über einen Bauunternehmer, der sich in ein Strandhaus an der traumhaften Küste Floridas zurückzieht, um sich von den Folgen eines schwerwiegenden Unfalls zu erholen. In weitgehender Isolation auf sich selbst zurückgeworfen, beginnt er zu malen … malt immer mehr, immer besser und immer fanatischer... bis sich Malerei und Bilder zunehmend verselbständigen. So zusammengefasst, lässt sich die Geschichte fast als ein Kammerspiel bezeichnen, bei dem Meer und Dschungel lediglich das atmosphärische Hintergrundrauschen der Geschichte darstellen, während sich der eigentliche Plot um den kreativen Schaffensprozess besagten Malers dreht.

Dieser Blickwinkel lässt das Projekt auf einmal recht kompakt und überschaubar erscheinen – und genau so werde ich mein Mini-Modell auch anlegen. Tatsächlich werden wir nämlich nur einen Raum, das Atelier des Strandhauses, ausgestalten. Strand und Meereskulisse werden hingegen lediglich durch die Fenster hindurch zu sehen sein und für die tropische Sonnenuntergangsstimmung sorgen.

Ja soweit zur Grundidee – und damit stürzen wir uns jetzt in die Umsetzung!


Wie immer steht ganz zu Beginn eine eher mittelprächtige Ideenskizze zum grundlegenden Konzept des Modells:

Hauptmotiv des Modells stellt das Dachzimmer des Strandhauses („Big Pink“) dar – lichtdurchflutet und im goldenen Schein eines tropischen Sonnenuntergangs.

Die Hintergrundplatte mit dem Meeres-Panoramahintergrund wird als Ring Hinter den Raum gelegt, und wird durch die zahlreichen Fenster des Raums sehr prominent zu sehen sein.


Für die praktische Umsetzung mache mich zunächst einmal daran, einen Grundriss des Raumes für meine Szenerie zu planen. Der Raum sollte dabei einerseits gut einsehbar sein, Platz für zahlreiche Fensterflächen bieten und zudem so interessant geschnitten sein, dass sich in ihm eine ansprechende Szenerie arrangieren lässt.

Nachdem die Grundfläche steht, mache ich mich daran, sie auf ein perspektivisch leicht verzerrtes Bodenraster zu übertragen. Die Verzerrung ist hier bei weitem nicht so massiv wie bei meinem Shining-Book Nook. Muss sie auch nicht, denn da der Raum quer und nicht längs angelegt ist, muss ich bei weitem weniger Tiefe einsparen.


Im nächsten Schritt digitalisiere ich meine gezeichnete Bodenvorlage und lege im Grafikprogramm einen Ring um den Raum – entlang dieses Rings soll später meine Rückwandplatte mit dem aufgemalten Hintergrund verlaufen.

Nun muss ich die ganze Herrlichkeit nur noch in der passenden Größe mehrfach ausdrucken und auf Styrodurplatten leimen. Der Raum selbst sitzt dabei etwas erhöht auf einer 2cm-dicken Styrodur-Schicht,...

...während die Bodenplatte etwas weniger dick, dafür aber schön formstabil angelegt ist.


Nach der Bodenkonstruktion geht es an die Seitenwände. Auch hier beginne ich mit zwei Kartonstreifen, die sich perspektivisch nach hinten hin im gleichen Maßstab verkleinern wie der Boden.

Auf die Ecken und Kanten des Raums nehme ich zum, jetzigen Zeitpunkt noch keine Rücksicht. Diese werden später zurechtgebastelt, wenn der Boden fertig verlegt ist. Für diesen brauche ich nämlich noch Platz zum Rangieren und kann dabei keine hinderlichen Seitenwände gebrauchen.


Gesagt, getan – damit mache ich mich an die Ausgestaltung des Bodens: Für ein idyllisches Strandhaus stelle ich mir hier einen schönen Dielenboden aus einzelnen Dielenbrettern vor, die natürlich erst einmal alle einzeln zurechtgeschnitten werden müssen. Als Bodenbelag nehme ich hier einen dünnen Strukturkarton mit Holzmaserung, den ich heiß und innig liebe und immer gerne für solche Zwecke hervorkrame.

So entsteht nach und nach ein schöner Holzboden, den ich nun nur noch dunkel grundieren muss.


Ja, und damit kann ich nun auch endlich zu meinen Seitenwänden zurückkehren: Hier bastele ich die einzelnen Wandelemente aus meinen zuvor zurechtgeschnittenen Kartonstreifen, wobei ich an jeder nur möglichen Wandfläche großen Seitenfenster einplane.

Schließlich soll dies ein Atelier werden in das von allen Seiten Licht fällt.


Hier ein kurzer Zwischenstand mit fertig grundiertem (aber noch nicht fertig bemaltem) Boden und den ersten Seitenwänden:


Und hier schließlich die fertige Raumwirkung. Wie ihr sehen könnt, sind fast alle Wandflächen mit großen Fensterflächen versehen - ausgelassen ist nur eine Wand, die man später ohnehin kaum sehen wird (und die ich später noch für die indirekte Beleuchtung brauchen werde). Für die Fenster habe ich die einzelnen Fensterkreuze gaaaanz vorsichtig mit einem Skalpell direkt aus den Seitenwänden freigeschnitten und anschließend noch einen Rahmen um die Fenster gesetzt.

Beim genauen Hinsehen könnt ihr auf dem Boden außerdem bereits ein paar weiße Linien erkennen, mit denen ich die Lichteffekte eines abendlichen Streiflichtes vorskizziert habe, die ich im nächsten Schritt auf den Boden malen möchte.


Das Skizzieren funktioniert dabei sehr einfach, indem ich kurzerhand eine Lichtquelle auf die fertige Raumform richte und die einfallenden Lichtstreifen direkt am Boden anzeichne.

Bei dieser Gelegenheit mache ich außerdem eine ganze Reihe an Vorlagenfotos der Wände, die ich später für die Bemalung der Wände nutzen kann.


Im nächsten Schritt klebe ich nun meine „Lichtflecken“ mit Malerband ab und färbe die „beleuchteten“ Bodenflächen mit einem schönen orange-gelben-goldenen Farbverlauf ein – wir wollen ja schließlich eine Sonnenuntergangs-Lichtstimmung!

Und nachdem das Malerband entfernt, die Übergänge noch ein wenig weich lasiert und alles noch einmal strukturgebürstet wurde, kann man sich nun schon in etwa vorstellen, wohin die Reise in Sachen Wirkung gehen soll.

Schon irgendwie Wahnsinn, wie man das Auge so austricksen kann. Die Wirkung gefällt mir auf jeden Fall schon einmal enorm gut, weshalb ich mich auch schon sehr auf den nächsten Schritt freue: Das Bemalen der Wände!


Und hieran mache ich mich als nächstes: Während die Farbgebung des Bodens noch relativ einfach war, gestaltete sich die Wand dann schon deutlich kniffliger, denn tatsächlich sehen (vor allem farbige) Wände im kontrastreichen Licht-Schattenspiel ganz anders als man es sich farbtechnisch so vorstellen bzw. herleiten würde – und wenn man dann noch ein rotes Sonnenuntergangs-Licht einberechnet... ja, dann setzt die Logik gleich mal ganz aus. ..^^

Was also tun? Wie immer orientiere ich mich in solchen Fällen immer gern an Fotos in der passenden Lichtstimmung und übernehme die Farben einfach Eins zu Eins. Da liegt man zumindest nicht ganz falsch. Meine Schatten bewegen sich somit nun in einem rötlichen Violett-Ton (passt auch thematisch irgendwie - das Malerzimmer heißt ja schließlich auch „Little Pink“), während die Lichtflecken in einem schönen Orange-Gelb herausknallen. Um auch den Rest farblich etwas anzugleichen, lasiere ich außerdem meine Bodenschatten im gleichen Violet-Ton – und fertig ist der Basis-Lichteffekt.


Und weil ich gerade so schön dabei bin, beginne ich im nächsten Schritt gleich mal mit meiner Hintergrundplatte, da der Sonnenuntergang des Hintergrunds ja schön mit den gemalten Schatten zusammenspielen soll. Ich male hier mit Ölfarben auf dünnen Karton – eine richtige Malplatte geht ja leider nicht, da der Hintergrund schließlich noch gebogen werden muss.

Und gleich nach der ersten Farbschicht bin ich froh, dass ich mit dem Hintergrundbild so früh angefangen habe... denn das wird noch eine längere Geschichte:

Die Farben wollen auf dem Karton-Untergrund nämlich so gar nicht wie ich und decken im ersten Durchgang einfach nicht richtig. Ich werde also mindestens 2-3 Schichten für eine anständige Deckkraft brauchen - und mit den Trocknungszeiten bei Ölfarben muss man da schon eine Woche einrechnen.


In der nächsten Woche werde ich also wie es aussieht parallel an der Einrichtung des Ateliers und und an der Hintergrundplatte arbeiten. Die Bilder dazu gibt es dann wie immer nächste Woche.


Habt bis dahin eine gute Zeit und lasst es euch gut gehen!

Tschödeldö und bis dahin!

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