Drachenlampe - (1)

Ja ja, ihr Lieben - ich lebe noch! Ich weiß, ich habe schon länger nichts von mir hören lassen. (Asche auf mein Haupt) – aber wie so oft nach Projektabschluss habe ich mir auch nach der Beendigung von „Everything's for Sale“ erst einmal eine kleine Kreativpause gegönnt und mich sogar ein wenig der Außenwelt gewidmet. Allerdings ist es irgendwann dann auch gut mit der Realität, und sind wir mal ehrlich - so sehr lohnt es sich derzeit auch nicht. Der logische Schluss: es wird dringend wieder Zeit für eine gepflegte Portion Kreativeskapismus und für das nächste Projekt!

Entsprechend durfte in den vergangenen 2 Wochen endlich wieder das kreative Chaos über die zwischenzeitlich viel zu aufgeräumte Bastelhöhle hereinbrechen, und die ersten Bilder gibt es nun auch schon!

Wer sich allerdings schon auf den noch ausstehenden zweiten Teil von „Everything's for Sale“ freut, den muss ich noch ein wenig vertrösten. Dieses zweite Mammutvorhaben hebe ich mir für den Winter auf. Bis dahin möchte ich erst einmal ein bis zwei kleinere Projekte machen und mal wieder ein wenig herum experimentieren. Und das geht besonders gut beim Bauen von Lampen!


Das nächste Projekt wird daher mal wieder ein skulpturales Lampen-Leuchte-Objekt, werden. Dabei handelt es sich um eine Auftragsarbeit nach dem Prinzip meiner Bücherlampe – nur dieses Mal zum Thema „Drachen“.

Eigentlich ist das klassische Fantasy-Genre (Orks, Elfen, Drachen usw.) ja so gar nicht meine Sache. Bei dieser Anfrage hatte ich allerdings sofort eine nette Idee, an der ich mich gern' versuchen möchte: Die Lampe soll nämlich nach Prinzip eines Drachen-Nestes funktionieren, sprich ein Gluthaufen, in dem diverse Bücher verkokeln, und in dessen Mitte Drachen-Einer vor sich hin schmoren - und aus denen zum Teil schon der eine oder andere Winz-Drache schlüpft. Kitschig, ich weiß, aber ich werde nach Kräften versuchen den Kitschfaktor in Grenzen zu halten :P Ja, und damit wären wir schon beim Projektstart und den Bildern. Natürlich steht und fällt alles mit den Dracheneiern, weshalb ich mir zunächst ausreichend große transparente Plastik-Eier organisiert habe:

Im nächsten Schritt beginne ich damit, die erste Grundform des späteren Glut-Nestes aus Alufolie zu formen und die Eier darin zu drappieren:

Da das Nest an der Seite/ Rückseite später an einen Bücherstapel grenzen wird, plane ich an dieser Stelle gleich zu Baubeginn eine gerade Kante ein. Diese ist ziemlich einfach zu formen, indem man das Nest beim Bauen einfach fest an eine dicke Styrodurplatte drückt.

Nachdem die Grundform aus Alufolie steht, wird sie im nächsten Schritt mit Gips überzogen. Bei der so entstehenden stabilen Nestform handelt es sich allerdings nicht um das endgültige Drachennest, sondern gewissermaßen nur um eine Abgussform/ Negativform. Das Nest selbst soll ja später leuchten können und muss somit aus teiltransparentem Papiermachée gebaut werden. Der Unterbau aus Gips ist somit nur dafür gedacht, zunächst einmal eine passgenaue Grundform zu erstellen, auf ich später meine Papiermachée-Schicht aufbauen kann.

Und damit lasse ich Teil 1 meines Nestes mal in Ruhe trocknen und wende mich den Büchern und der Trägerplatte zu - die werde ich nämlich nun als nächstes brauchen. Und weil es am meisten Spaß mach, starte ich mit dem ersten Schwung Buchattrappen. Hierzu drucke ich erst einmal diverse Buchcover aus ...

… und leime sie auf dünnen Karton auf. Dies sind nun meine Hardcover-Buchrücken (natürlich alle stilecht mit Drachenschwerpunkt).

Fehlen nur noch die Buchseiten. Natürlich leime ich hier keine echten Papierstapel zwischen die Buchdeckel, sondern bastele die Außenansicht aus Styrodurplatten. Hierzu ritze schneide ich Streifen aus Styrodurplatten zu (die jeweils der Dicke des Buchrückens entsprechen) und ritze vorsichtig parallele Linien ein – meine Buchseitenoptik. Im Anschluss schneide ich die Streifen zu und setze sie im rechten Winkel zusammen.

Nun muss die ganze Herrlichkeit nur noch bemalt und in meine Buchdeckel geklebt werden. Dabei darf ich nicht vergessen, auch die Innenseiten der Buchdeckel passen einzufärben, da man diese ja teilweise auch sehen kann.

Das alles dauert natürlich seine Zeit, aber nach und nach entsteht ein beschaulicher Bücherstapel, der jetzt schon sehr fein dekorativ ausschaut. Später werde die Bücher noch ein wenig mehr „einschmoddern“ und sepiamäßig ein-altern – aber das hebe ich mir für später auf.

Weiter geht es mit der Planung der Bodenplatte. Hier hätte ich gerne eine Steinoptik aus unterschiedlich hohen Steinplatten, was erst einmal geplant sein will. Ich drappiere also Bücher und Nest grob auf einem großen Bogen Papier und zeichne das Muster der Steinplatten darauf:

Im nächsten Schritt schneide ich meine Papierschaplone auseinander und übertrage die einzelnen Schablonenstücke auf unterschiedlich dicke Styrodurplatten, Diese werden dann noch ein wenig in Form geschnitzt – fertig ist die Grundform!

Nun werden meine unterschiedlich hohen Plattenstücke nach und nach bemalt und auf eine stabile Trägerplatte geklebt. Die Höhenunterschiede bringen dabei ein wenig Leben in die Oberfläche, so dass sie nicht zu langweilig wirkt.


Um der Oberfläche außerdem noch etwas zusätzlichen „literarischen Flair“ zu verleihen, überziehe ich einzelne Steinplatten zusätzlich mit Schrift. Dies funktioniert am besten mit Serviettentechnik, bei der man die oberste, bedruckte Serviettenschicht vorsichtig mit klarem Acryllack auf die gewünschte Oberfläche leimt.


Sodele, und damit wäre meine Trägerplatte in ihrer Grundform mal fertig bzw. auch fertig bemalt und beschriftet. Ausgespart, habe ich zur Orientierung, einzig die Stellen, auf denen die wichtigsten Bücherstapel liegen sollen, die zur Positionierung meines Nestes benötige.


Weiter geht es mit einigen Vorbereitungsarbeiten für die Elektrik – schließlich muss ja auch die spätere Stromzufuhr eingeplant werden.

Da ich für Nest und Eier insgesamt drei unterschiedliche Stromkabel (mitsamt Steckern) benötigen werde, gilt es hier einiges an Kabeln zu verstecken. Am Einfachsten kann man das, im Inneren eines Buches. Ich versenke daher eine Mehrfachsteckdose an einer jener Stellen, an der später eines der ganz dicken Bücher sitzen wird. Das Buch selbst wird dann später von unten aufgeschnitten und ausgehöhlt werden, so dass Kabel und Stecker darin ausreichend Platz haben. Unter dem Buch herausschauen wird schlussendlich nur der Kippschalter der Mehrfachsteckdose.


Damit wäre nun meine Trägerplatte ausreichend vorbereitet. Und da mittlerweile auch die Gipsform meines Nestes ausreichend trocken und stabil ist, kann es nun daran gehen, die diversen Einzelteile an die fertige Trägerplatte anzupassen.

Hierbei verklebe ich zunächst die beiden kleinen Bücherstapel des Vordergrundes an Ort und Stelle. Diese sollen nämlich später aus dem Gluthaufen herausragen – der Rest meines Gluthaufen-Nests muss also um sie herum gebaut werden.

Nachdem die Bücher dort kleben wo sie sollen, decke Bücher und Bodenplatte fein säuberlich mit Frischhaltefolie ab. Schließlich will ich mir die mühsam gebauten Einzelteile nicht wieder einsauen, wenn ich mich nun daran mache, den Rest des Gluthaufen-Nestes zu gipsen.

Nach den ganzen filigranen Arbeiten kommt nun wieder ein spaßiger Teil, bei dem ich nach Herzenslust herummatschen kann: Der untere Teil meines Gluthaufens. Für diesen Teil stopfe ich den Spalt unter dem Nest wieder einmal mit Alufolie aus, forme grob ein paar Wubbel aus der Folie und mache mich dann wieder daran, alles schön dick einzugipsen.

Ja, und damit wären wir am Ende des Projekteinstiegs. Tatsächlich habe ich erst 1,5 Wochen an dem Projekt gearbeitet und wie ihr seht geht es ziemlich flott voran. Ewig wird das Lampenprojekt somit wohl nicht dauern.

Heute Abend werde ich nun noch die Rückseite meines Gluthäufleins gipsen (jhephee!) bevor die ganze Herrlichkeit dann über Nacht trocknen darf. Morgen werde ich dann herausfinden, ob das mit der Negativform für mein Papiermachée so funktioniert, wie ich mir das gedacht habe... In diesem Sinne – macht's gut und bis bald!

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