Materialkauf: Markenware oder lieber günstig? - Teil 2: Die billigen Lösungen

Aktualisiert: Mai 25

Nach der Übersicht der Qualitätsmaterialien gibt es natürlich eine ganze Reihe an Utensilien und Materialien, bei denen man es meiner Ansicht nach nicht so genau nehmen muss und bei denen man gerne mal ein Auge zudrücken kann - frei nach dem Motto: wenn es funktioniert, erfüllt es seinen Zweck. Der Preis steht ja schließlich nicht drauf.


Da diese Liste dankenswerter Weise um einiges länger ist als, als die der notwendigen Qualitätsartikel, versuche ich mich hier auf die wichtigsten und Beispiele und Obergruppen zu beschränken - wie immer ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Ich greife eben nur auf meine persönlichen Erfahrungswerte zurück ;)


Also los geht's! Zu den Dingen, bei denen Marke und Preis sich nur gerüngfügig bis gar nicht bemerkbar machen (und somit ebensogut ein Billigvarianten gewählt werden können) zählen meiner Ansicht nach:


Modelliermasse & Gips(-binden)

Was Modelliermasse angeht habe ich schon so einiges ausprobiert und festgestellt: die Unterschiede sind sehr gering. Modelliermasse sollte generell halt nicht bröseln, leicht formbar sein und anständig aushärten - und das haben bisher alle gleichermaßen getan. Daher kaufe ich alles, was mir gerade über den Weg läuft und im Angebot ist.

Auch Gips, wie ich ihn verwende, ist der Preis in der Regel gepflegt wurscht. Ich bin schließlich kein professioneller Skulpteur und Büstenbauer, sondern verwende ich ihn lediglich in diversen Mischbautechniken und da funktoniert die billige Baumarktvariante wunderbar. Man sollte allerdings darauf achten, dass Gips nicht zu lange lagert, da zu alter Gips nicht mehr richtig bindet. Modellierwerkzeuge Ja, es gibt so einiges an fancy Modellierwerkzeugen auf dem Markt, aber seien wir ehrlich: Beim Modellieren zählt vor allem das Auge. Und in der Praxis kann man nahezu jeden Gegenstand als Werkzeug verwenden (egal ob Zahnstocher, Bleistift oder Kaffeelöffel), um seinen Tonklumpen oder seine Modelliermasse in Form zu bringen. Wichtig ist einzig, dass das Werkzeug beim Modellieren nasser gehalten wird als die zu modellierende Oberfläche - und die Sache flutscht. Prinzipiell sollten die Werkzeuge glatt sein (logisch, sonst klebt die Masse fest). Ich verwende daher neben meinen billigsdorfer-Holzmodellierern auch schlichtweg alles, was gerade zur Hand ist. Sekundenkleber

Hier mag ich jetzt von anderen passionierten Bastlern Prügel beziehen, aber auch Sekundenkleber gehört definitiv zu den Dingen, die ich ausschließlich in Billigform und Großpackungen kaufe. Denn was die Klebekraft angeht, sind die Unterschiede zwischen Marken- und No-name-Produkten wirklich kaum feststellbar. Beides klebt kriminell. Einzig was die Dosierungsflaschen bzw. -tuben betrifft, sind die Markenprodukte leicht im Vorteil. Hier lässt sich unter Umständen ein wenig schöner und genauer dosieren und tropfen - aber angesichts der Mengen, in denen ich Sekundenkeber verschleiße, rechtfertigt das keinesfalls einen Preissprung von 3,- pro Miniflasche. Daher auch hier: Sekundenkleber kaufe ich aus Prinzip nur im 5-er-Pack um 1,-.€. Und wenn mir dann mal eine Flasche eintrocknet, ist das kein Drama.


Borstenpinsel

Hier kommt es darauf an, wie und wofür man Borstenpinsel gebraucht. Professionelle Maler werden natürlich auch hier zurecht auf Qualität pochen, aber gerade im Modellbau verwendet man Borstenpinsel eben anders. Hier gilt es, dreidimensionale Untergünde zu grundieren und Oberflächen trockenzubürsten - und beide Techniken kosten einen Borstenpinsel (egal welcher Qualität) recht schnell das Leben. Wenn ich das uneben eingeprägte Bodenpflaster meiner Modelle schwarz grundiere, dann drücke und stupse ich die Farbe schließlich mit Gewalt in alle Ecken und Ritzen. Das ist eine recht rabiate Methode und hat nichts mit filigraner Malerei zu tun - und entsprechend schnell brechen die Borsten eben auch ab. Pro Modell kann ich mich hier gut und gerne von 3 bis 4 Borstenpinseln verabschieden, weshalb ich auch hier dazu übergegangen bin, sie nur noch im günstigen 20er-Pack zu kaufen.


Lineale, Geodreiecke usw.

Auch hier kommt es darauf an wofür man diese Hilfsmittel verwendet. Architekten und Bauzeichner werden es definitiv anders sehen - aber ich kaufe schon lange nur noch die billigsten aller Lineale und Geo-Dreiecke (von meinen Überlängen-Linealen mit 100cm mal abgesehen). Dies hat ebenfalls den Hintergrund, dass ich mit ihnen eben nicht nur abmesse, sondern sie auch zum Schneiden mit Olfamessern verwende. Und da ist eben relativ schnell auch mal eine Scharte reingeschnitten, was bei teuren Markenprodukten ziemlich ärgerlich ist und schnell ins Geld geht. Deswegen: abmessen sollte man generell immer mit dem selben Maß, aber ob dieses Maß auf teuren oder günstigen Untergrund gedruckt wurde, ist relativ unerheblich. Und wenn man dann halbwegs kostengünstig das Verscheißteil auswechseln kann, ist das nur von Vorteil.


Kleinzeugs!

Egal ob Holzperlen, Dekosand, Stecknadeln, Schaschlikspieße, kitschige Puttenengel, Kunstpflanzen, Styroporkugeln oder Trinkhalme - es gibt unzähligen Kleinkram, der gerade für den Modellbau unentbehrlich ist. Nur weiß man in der Regel gar nicht so genau wonach man sucht (oder was man schon immer gebraucht hat) bevor man nicht davor steht. Für derartiges Kleinzeugs stürme ich alle paar Wochen unseren riesigen 1-€-Shop - und komme stets mit vollgepackten Taschen wieder heraus. Meine Kleinzeugs-Sammel-Lade quilllt schon über, denn diese Art Ramschläden sind eine wahre Fundgrube. Man stolpert hier unverhofft über die genialsten Absurditäten, die man sich als Normalmensch gar nicht ausmalen könnte. Das grandioseste, das ich hier einmal gefunden habe, waren mini-barocke Bilderrahmen, (die wohl als Geschenkanhänger gedacht waren). Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich jetzt 5 Packungen davon hier liegen habe. Daher: Hier ist Billig-Einkauf schlicht unbezahlbar und das einzig Wahre!



Ja, soweit mal das Wichtigste. Natürlich könnte man diese Liste unendlich lange fortführen, denn Materialien und Bastelbandbreiten sind eben unbegrenzt. Aber für mich sind das im Brainstorming mal die wesentlichen Beispiele dafür, wie man mit kleinem Geld gut und kreativ arbeiten kann.


Nachdem ich jetzt die beiden Felder "Markenware" und "Billig- Ramsch" erfolgreich abgearbeitet habe, sollte vielleicht erwähnt sein, dass sich bei diversen meiner Basismaterialien diese Frage schlichtweg nicht stellt. Gerade mein heißgeliebtes Styrodur-/ bzw. die Modellbauplatten sind so ein Paradebeispiel. Hier gibt es leider in der Regel nur wenige Alternativen zur Auswahl - und die sind zumeist nicht allzu günstig. Gleiches gilt für eher exotischere Baumittel, wie Leichtbaustrukturpasten oder Modellbauwasser. Aber damit muss man dann wohl einfach leben.






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