Eißpins Detillierquetsche (3)

Endspurt! Das lange Feiertagswochenende hat einen ordentlichen Schub in das Projekt gebracht - und tatsächlich habe ich hier nun eine nahezu fertige Destillierquetsche stehen... Wahnsinn, das ging nu wirklich fixer als gedacht!

Vor allem für die Trocknungszeit des Gießharzes hatte ich ja ursprünglich deutlich mehr Zeit eingerechnet, aber wer hätte es gedacht, nach 12 Stunden waren selbst die dicksten Schichten felsenfest ausgehärtet - grandios! Und ja, spätestens mit diesem Projekt wird das früher so häufig verwendete Modellbauwasser wohl endgültig ausgemustert werden.


Insgesamt habe ich nun nicht nur die unteren, großen Destillierkolben mit Harz befüllt, sondern auch die kleinen Druck-Kolben, die darüber sitzen. Hier konnte ich mich auch gleich an dem Eingießen von Gegenständen versuchen: So schwimmt in einem Kolben nun eine kleine Spinne und im anderen etwas Grünzeug.


Damit wäre dann auch dem morbiden Spieltrieb genüge getan und ich kann mich an den Bau der nächste Etage machen, quasi den ersten Stock der Apparatur.


Wir erinnern uns: Auf den großen Destillierkolben des Erdgeschosses liegt ja ein halbrunder Ring, der gewissermaßen die Basis für die erste Etage der Apparatur bildet (links).


Auf diese Basis wird nun die nächste Etage gebaut. Hier schwebt mit eine Art Bogen vor, der passgenau auf den Ring gesetzt werden soll.


Für den geplanten Bogen fertige ich zunächst eine Zeichnung auf Karton an, die ich anschließend ausschneide und als Schablone verwende.

Die einzelnen Teile werden dann wie immer aus Styrodur geschnitten. Fertig bemalt und mit ein paar Applikationen bestückt schauen die Einzelteile dann so aus:

Und weil es sich ja um eine alchemistische Gerätschaft handelt, darf auch noch ein wenig Mystik mit fehlen. Ich modelliere daher am oberen Rand meines Bogens noch ein kleines Auge, bei dem nun auch endlich einmal die Glaspupillen Verwendung finden, die schon seit Ewigkeiten hier ungenutzt herumliegen.

Nun kann es endlich an den Zusammenbau gehen: Der Bogen wird nun auf dem Träger-Ring der ersten Etage fixiert und auch die kleinen Kolben dürfen schon an ihren vorgesehenen Platz.

Im nächsten Schritt werden also Erdgeschoss und erste Etage miteinander verklebt - und auch mein großes, frei hängendes Glaselement darf nun an seinem Platz fixiert werden.

Hier kommen jetzt auch endlich die kleinen Halterungen zum Einsatz, in die meine Glaskonstruktion erst gehängt und dann geleimt wird:

Und nachdem nun alle wichtigen Teile an Ort und Stelle sitzen, kann es an die Feinarbeiten gehen.


Hier stehen zunächst einmal die Rohre an, die die verschiedenen Elemente miteinander verbinden sollen.

Ich nutze hier einfache Drainagerohre, die ich zunächst schwarz grundiere und dann mit Goldfarbe heller bürste.


Die fertig bemalten Rohren werden anschließend so fixiert, dass sie mein mittleres Glaselement mit den großen Destillierkolben im Erdgeschoss verbinden:


(Foto inkl. hauseigenem Krätzchen)


Weiter geht es mit den Details der ersten Etage, wo es nun etwas morbider wird: Denn während für die Destillation der Destillierquetsche ja nun gesorgt ist, fehlt in den oberen Gefilden noch immer das Quetsch-Element...und das wird nun gebaut: Ich beginne hier mit der provisorischen Form einer Schraube, die ich kurzerhand aus einem dünnen Kartonrohr und etwas Schnur zusammen leime:

Aus diesen improvisierten Schraubenteilen entstehen nun mit Hilfe von etwas Styrodur und ein paar Schaschlikspießen die Grundbausteine der Schraub-Quetsche:

Und diese Bausteine finden nun ihren Platz in der ersten Etage der Apparatur, wo sie über dem Trichter meines zentralen Glaskolbens fixiert werden.

Und ja, ich weiß, es ist schon irgendwie recht fies ... aber wenn man drüber nachdenkt, ist die Buchvorlage nicht wirklich weniger gemein, oder?

Damit fehlen nun nur noch ein paar dekorative Details, sprich ein paar Anzeigen, die der Maschinerie noch etwas technischen Charme verleihen. Hierfür drucke ich mir kurzerhand ein paar technisch anmutende Ziffernblätter auf Fotopapier aus, die ich anschließend...

... mittels Karton, Styrodur und Overheadfolie zu kleinen Anzeigen verbaue.

Tja, und nachdem diese kleinen Anzeigen noch mit Kabeln versehen und an Ort und Stelle fixiert sind, ist meine Destillierquetsche ...irgendwie auf einmal fertig.

Ich muss gestehen, dass ich selbst gerade in wenig überrumpelt bin, wie schnell das nun ging. Ich werde das Projekt jetzt noch einmal ein wenig sacken lassen und eine Nacht darüber schlafen. Aber fürs Erste gefällt mir das Resultat sehr und entspricht ziemlich genau dem, was ich in dem Labor eines fiesen zamonischen Alchemisten erwarten würde... aber vielleicht fällt mir ja noch das eine oder andere zusätzliche Detail ein ... oder ihr schreibt es mir... :)


Euch vorerst einen feinen Abend!

Lasst es Euch gut gehen !

















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